Nein, dies soll kein Filmreview des neuesten Indy-Streifens „Königreich des Kristallschädels“ sein, zum Einen, weil ich den Film noch nicht gesehen habe (ich mochte die Trailer, hab allerdings inzwischen eine ganze Menge Kritik an dem Film vernommen…whatever), zum Anderen, weil es darüber schon informatives im Höllenkühlschrank und bei vReaky Rebellion zu lesen gibt. Nein, dieser Eintrag wird (wiedereinmal) ein Spiel zum Thema haben. Vielmehr zwei. Und wiedereinmal handelt es sich um grandiose Adventurespiele (was macht bei Indy mehr Sinn?) aus dem Hause LucasArts. Um die Spannung nicht vorweg zu nehmen, werden die Titel erst verraten, wenn ich beim jeweiligen angekommen bin. Aber lange braucht ihr nicht zu warten. Here goes the first one:
„Indiana Jones and the Last Crusade“ dürfte so ziemlich jedem ein Begriff sein. Das Spiel basiert auf dem gleichnamigen Film und ist mindestens genauso großartig. Was Indy 3 gegenüber anderen Adventures auszeichnet (Maniac Mansion, welches auf dem Gebiet ungeschlagen ist, mal ausgenommen) sind die mannigfaltigen Lösungswege. Zwar haben diese im Endeffekt keine Auswirkungen auf die Gesamtstory, aber es animiert zum Finden aller Wege zum Ziel. Hat man in Venedigs Bücherei ein Buch übers Doppeldecker fliegen gelesen, erspart man sich die Reise im Zeppelin. In Schloss Brunwald kann man sich den Weg freiboxen, oder versuchen sich durchzureden bzw. mit „Geschenken“ einen Weg durch die Gänge zu bahnen. Die Faustkämpfe sind dabei wirklich amüsant geraten. Leider wirkt sich ein Faustkampf auf den nächsten aus und man startet geschwächt, was einem ab einer bestimmten Anzahl die Chance auf einen Sieg nimmt. Vielleicht gibt es Menschen, die sich wirklich durch solche Passagen kämpfen können, aber jeder normalsterbliche muss abwägen, wie viel Kämpfe er umgehen kann. Sie bieten damit eine nette Abwechslung, haben aber auch Frustpotential.
Die Rätsel in Indy 3 sind gelungen und durch die vielen Wege, bleibt man selten an einer Stelle hängen. Was auch bemerkenswert für ein LucasArts Adventure ist: Indy kann sterben. Und verdammt, gibt es viele Wege für ihn ins Jenseits. Gib einem Nazioffizier eine freche Antwort und du wirst erschossen. Verpatze einen Faustkampf und du wirst wenigstens für immer von den Nazis gefangen genommen. Klicke auf die falsche Stelle und du wirst geköpft. Ein großer Spaß. Wenn Indy über den Jordan geht, erscheint ein großer „Censored“ Balken und eine Blutlache sickert langsam hinter diesem hervor. Unmissverständlich. Aber es bringt auf jeden Fall Spannung ins Spiel. Und die Entwickler hatten Mitleid und man beginnt kurz vor seinem virtuellen Ableben von neuem. Sehr fair.
Nun orientiert sich das Spiel an dem großartigen Film. Die Handlung ist also vorgegeben und birgt keine großen Überraschungen ist dafür aber grandios umgesetzt. Wer wollte nicht die Katakomben unter der venezianischen Bibliothek schonmal selbst erkunden, wollte nicht den Nazis selber die Fresse polieren oder die drei Prüfungen am Ende bestreiten. Diese sind zweifellos ein Highlight, aber man muss den Trick kennen, um nicht frustriert aufzugeben. Die Hinweise, welche auch im Film den Ausschlag zur Lösung geben, helfen nur bei einer der Prüfungen. Oder wie sollte ich aus „Nur der bussfertige Mann wird bestehen“ herauslesen „Klicke auf den kleinen, weißen Punkt auf dem Boden an der anderen Seite des Bildschirms, damit die fiesen Fallen dir nicht den Kopf absäbeln“. Leider ist auch die letzte Herausforderung, das Finden des Kelches, ein schwieriges Unterfangen. Ich habe den einzigen, nicht goldverzierten Becher genommen, den Becher eines Zimmermanns, Jesus Becher…und bin gestorben. Es scheint zufallsbedingt zu sein, welcher Kelch der Richtige ist (meiner hatte Juwelen an der Seite…JUWELEN! Argh.). Aber das Ende ist gewohnt stimmig und man darf wieder frei entscheiden, wie das Ganze ausgehen soll. Insgesamt ein wirklich großartiges Spiel.
Kommen wir nun zu „Indiana Jones and the Fate of Atlantis“. Dieses Spiel basiert auf keiner Filmvorlage, die Story ist völlig eigenständig und meine Fresse, es ist einfach geil. Die Story ist spannend, es hat Indyflair und wieder hat man diverse Möglichkeiten das Spiel zu bestreiten. Genial! Und dieses Spiel hätte so einen tollen Film abgegeben.
Alles in allem geht es um ein Artefakt aus Atlantis, welches den Nazis in die Hände fällt, und ein geheimnissvolles Metall, Orichalcum. Es beginnt ein Wettrennen um das Auffinden der verlorenen Stadt und der Geheimnisse die in ihr verborgen liegen. Doch bis dahin ist es ein weiter Weg, gespickt von meist logischen Rätseln und allerlei Faustkämpfen. Einfach Indy. Einfach schön. Und das ist es, was dieses Spiel so großartig macht. Die Faszination die von der Story ausgeht, die vielen verschiedenen Wege das Spiel zu bestreiten, der Forscherdrang, der sich nach kurzer Zeit einstellt und zum Weitermachen animiert und der typische Indywitz.
Natürlich ist auch dieses Spiel nicht frei von Fehlern, allerdings fallen mir jetzt grade keine ein, die mich besonders auf die Palme gebracht hätten…doch! Das Herstellen von Orichalcum Perlen ist zu umständlich und man braucht sie später andauernd. Aber ich möchte jetzt nicht zu viel über die Story verraten, aber ich hab einen kleinen Trailer aufgetrieben (war auch nicht weiter schwer), der ein bisschen von dem Spiel vermittelt. Und zwar als richtiger Film (leider ohne Harrison Ford). Ich hab leider keine Ahnung, ob dieser Film wirklich existiert, den dieser Trailer vorhersagt, wenn ist es eine schwer zu findende, inoffizielle Produktion. Aber das Meiste, was im Trailer zu sehen ist, gibt es auch im Spiel, also genießt das, was Indy 4 hätte werden können (und ich wünschte es wäre es auch geworden).
So, genug in Erinnerungen geschwelgt.
Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit