Seether – Brodelnde Gefühle

Mir fiel gerade auf, ich habe noch gar keine Musik-Kategorie. Ihr seid also noch gar nicht aufgeklärt, was ich so für Musik mag (bis auf Bodo Wartke, der in meiner Playlist eigentlich eher eine Randgruppe darstellt und sich nur aufgrund seiner genialen Texte und dem wunderbaren Klavierspiel qualifizierte). Natürlich höre ich nicht nur in der Klammer benannten Künstler und auch nicht ausschließlich Musik von alten Lucas-Arts Adventures (obwohl die Musik grandios ist!). Nein, meine Interessen liegen mehr im Rock, Hardrock, ja, teils sogar im Metal Bereich. Zwar bin ich sehr tolerant, was Musik betrifft und es gibt vieles, was mir einfach so, ganz genreunabhängig, gefällt, aber ich hege eine Leidenschaft für Gitarren und für intelligente, gerne auch von Melancholie und Emotionen durchtränkte, Songtexte, die auch gerne die Abgründe des menschlichen Daseins aufzeigen können (man weiß ja schließlich, der Mensch ist auch nur ein Tier und nichtmal ein zivilisiertes). Und das kann eine Band besonders gut: Seether. Ein bisschen Nirvana, ein bisschen Staind, ein bisschen Nickelback und ganz viel Emotionen. Hass, Trauer, Einsamkeit, Wut, Angst, Verlogenheit, all die Gefühle und Eigenschaften, die ein Mensch zu meiden versucht, werden in teils ruhigen, teils aufbrausenden Klängen und Texten verpackt. Vier dieser Lieder möchte ich euch heute vorstellen, damit ihr euch selbst ein Bild machen könnt. Mein Musikgeschmack fächert sich zwar noch sehr viel weiter auf, heute soll aber eben diese Facette und diese großartige Band beleuchtet werden. Viel Spaß.

Das erste Video ist vielleicht noch eines der populäreren. Es beschäftigt sich mit dem Individuum, den Fehlern der Gesellschaft, der Bedeutung von Freiheit und unseren Gedanken, die wir niemals preisgeben würden und die man uns vielleicht nichtmal zutrauen würde. So meine eigene Deutung (kurz gefasst), aber urteilt selbst. „Seether – Fine Again“:

Über Nummer zwei scheiden sich die Geister. Die eine Seite sagt, es wäre ein Rachesong für Amy Lees (die Sängerin von Evanescence) „Call me when you’re sober“. Hintergrund: Der Sänger von Seether, Shaun Morgan und Amy Lee waren vor langer Zeit ein Paar, bis Shaun seinen jüngeren Bruder (ich hoffe, ich vertu mich da jetzt nicht…auf jeden Fall jemanden der ihm sehr nahe stand) verlor, sich in den Alkohol flüchtete und in die Entziehungsklinik kam. Amy schrieb daraufhin „Call me when you’re sober“. Dafür, dass „Fake it“ ein Revengesong ist, spricht zum Beispiel die Aussprache des Wortes „Wooaahh“ (hört mal genau hin). Ich finde allerdings die andere Erklärung sympathischer und bin deshalb auch gewillt ihr mehr glauben zu schenken. Diese ist folgende: Das Lied handelt von der Verlogenheit Hollywoods, von der Scheinwelt, die man um sich herum aufbaut. Dafür spricht auch das Video selbst. Alles in allem, kann man beide Meinungen vertreten, sie passen beide auf dieses Lied. „Seether – Fake it“:

Nummero Drei hatte er einst zusammen mit Amy Lee aufgenommen, mir persönlich gefällt diese Live Version ohne sie aber besser. Ich hab nichts gegen Evanescence, aber ich muss bei dem Lied nicht dauernd an diese krisenbehaftete Beziehung erinnert werden. Dafür ist das Lied einfach zu gut. „Seether – Broken“:

Das Letzte Video, drückt eben diesen Schmerz, diese unbändige Wut aus, wenn man verlassen, verletzt worden ist. Dieses Viedo ist eines derjenigen, die erschreckend ehrlich schildern, was dann in einem vorgehen kann. „Seether – Needles“

So, ich bin sicher, Seether ist nicht jedermanns Geschmack, aber für mich eine großartige Band. Sicher werde ich demnächst auch noch andere meiner Lieblingsbands vorstellen, die sich teils wirklich sehr von Seether unterscheiden. Also vielleicht werdet ihr da noch etwas finden, das euch gefallen könnte, solltet ihr es in Seether nicht gefunden haben.

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit

Eine Antwort schreiben