Zak 2 – Die Geschichte eines Helden
Nein, ich finde die Überschrift nicht übertrieben! Hey, der Mann hat zweimal die Welt gerettet! Ein bisschen Lobpreisung sollte da möglich sein.
So, natürlich handelt es sich bei Zachary MacKracken um keine reale Person. Wer nun auf dem Schlauch steht, der informiere sich bitte Hier. Oder ihr scrollt einfach zwei Einträge runter.
Hier möchte ich nun einen kleinen, persönlichen Eindruck dieser Perle verewigen. Ich habe das Spiel nun endlich erfolgreich beendet und ein Review scheint mir einfach nur fair in Anbetracht des Spaßes den ich hatte. Tasten wir das Ganze doch mal Punkt für Punkt nach meinen Kriterien für ein gutes Adventure ab. Der Eindruck ist natürlich rein subjektiv und ihr könnt nachher gerne eure eigene Einschätzung des Spieles hinterlassen, solltet ihr es gespielt haben. Wirklich, das könnt ihr, es interessiert mich! So, nun aber los:
Rätsel: Die Rätsel in Zak 2 sind (zumindest auf dem Schwierigkeitsgrad “Hard”, den ich mir zu Gemüte geführt habe) teils wirklich fordernd. Es gab so einige Kopfnüsse an denen ich länger saß und ein, zwei davon waren schon knapp an der Grenze zur Frustration. Trotzdem habe ich es geschafft, das Spiel ohne jegliche Hilfestellung durchzuspielen (auch wenn die Versuchung manchmal groß war) und bin dementsprechend stolz. Außerdem spricht es dafür, dass die Rätsel lösbar sind. Auch DU kannst es schaffen. Und es ist wirklich unheimlich befriedigend, wenn ein Plan funktioniert. Und dieses Gefühl hat sich bei mir desöfteren eingestellt.
Humor: Genial! Einfach genial! Ich habe sehr, sehr, sehr gelacht. Allein der teils wirklich trockene Humor des Hauptprotagonisten trieb mir die Lachtränen in die Augen. Ich denke auch, dass selbst Menschen die mit Humor nichts anfangen können, sich an manchen Stellen des Spiels ein Lächeln nicht verkneifen können. Humortechnisch kann das Spiel auf jeden Fall mit seinem Quasivorgänger mithalten (und bekommt durch die Sprachausgabe noch einen Humorpluspunkt) und ist würdig in der Lucas Arts Tradition zu schwelgen. Dazu in einem späteren Punkt noch mehr. Der Humor ist uneingeschränkt empfehlenswert und trägt zum Spielspaß ungemein bei!
Story: Die Story…naja eine ganz hübsche Verpackung haben die Entwickler da schon gezaubert, doch war nicht diese Verpackung dafür verantwortlich, dass ich unbedingt weiterspielen wollte. Die Story also eher mau, aber liebevoll erzählt und negativ auffallen tut sie nun auch nicht.
Musik: Ich gebe zu, ich war den Freudetränen nahe, als ich im Titelbildschirm die alte Titelmelodie des Vorgängers in neuem Gewand hörte. Wunderschön. Der Rest des Spiels ist solide vertont, es reißt einen jedoch nicht vom Hocker (hat es mich jedenfalls nicht). Stören oder gar nerven tut sie jedoch auch nicht. Neben einigen Höhepunkten also eine grundsolide Leistung und nie fehl am Platz.
Grafik: Men merkt die Liebe, welche die Entwickler in dieses Spiel investiert haben, an jedem Schauplatz. Die Grafik ist wirklich sehr gelungen und wunderschön. An einen Zak in 3D musste ich mich zwar erst gewöhnen, doch das ging sehr, sehr schnell. Und die Hintergründe sind einfach nur toll. Auch die manchmal blutigen Schauplätze fand ich gut in Szene gesetzt und so wirkte es niemals geschmacklos auf mich (nichtmal als von zwei Caponiern nur noch ein blutiger Haufen übrig war, weil sie sich wohl mit der falschen Pflanze eingelassen hatten). Also ein Daumen nach oben, für die liebevolle Grafik und die schönen Zwischensequenzen.
Synchronisation: Die Sprachausgabe war für mich, der auch den Vorgänger mit Begeisterung gespielt hat, ein Highlight. Endlich wird den Charakteren Stimme verliehen. Zaks Stimme fand ich gut getroffen. Auch die meisten anderen Stimmen vermochten mich zu überzeugen. Welche Stimmen mir zuerst sauer aufstießen, waren die der außerirdischen Invasoren, der Caponier. Doch ich gewöhnte mich rasch an den eher stockenden Tonfall und inzwischen höre ich sie sogar ganz gerne reden. Auch Murray, den sprechenden Schädel Perückenhalter, fand ich nicht so prickelnd, aber das wohl einfach, weil ich mich an seine alte Stimme so gewöhnt hatte und er einer meiner Lieblingscharaktere aus “Monkey Island” (Kundige werden es kennen) darstellt.
Anspielungen: Die Anspielung auf andere Adventure wurde bei Lucas Arts groß geschrieben. Ob die Figur eines Hasen und eines Hundes (mit auffallender Ähnlichkeit zu Sam&Max) im Vorgarten des riesigen Affenkopfes auf Monkey Island, oder die ständigen Anspielungen auf das wenig beachtete Adventure “Loom” (welches ich übrigens großartig finde). Lucas Arts gab einem einfach immer das Gefühl, mehr zu wissen als andere, je mehr Adventure man von ihnen gespielt hat. Dieses wohlige Gefühl des Wiedersehens hatte ich bei Zak 2 so oft, dass ich denke, dass ich es wahrscheinlich deshalb so großartig finde, weil ich all die anderen Adventures gespielt habe. Ob nun Anspielung auf den Quasivorgänger (”Die Klorolle bleibt wo sie ist! Wenigstens EINMAL möchte ich Rücksicht nehmen!”) oder auf andere Adventure (”Das sind die Momente, in denen ich mich frage, warum ausgrechnet ICH immer die Welt retten muss. Was ist aus Roger Wilco oder Guybrush Threepwood geworden?!”), die Zahl der Anspielungen ist schier endlos und hat mir sehr viel Freude bereitet. Besonders hat mir gefallen, auch eine Anspielung auf dies hier zu finden:
Ein echter Ohrwurm!
Also alles in allem, einfach ein richtig geiles Spiel. Jedem, der die alten Lucas Arts Adventure gespielt hat, sei dieses Spiel wirklich wärmstens empfohlen. Und den anderen auch.
Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit
Mai 8, 2008 um 8:50
Böh, bei mir liegt das Spiel noch recht unangetastet rum, leider.
Bin gerade mal im Frisörsalon… bin momentan auch im Zelda-Fieber, weswegen ich (noch) nicht so den Elan hab Zak2 weiterzuspielen :/
Mai 8, 2008 um 9:30
Solltest du bei Gelegenheit tun. Es ist die Sache wirklich wert. Aber Zelda ist auch toll. Mhm…schwere Wahl.